Bericht aus Annaberg/Stollberg 2018

 

Kurzbericht für das Teilprojekt „Mensch komm mit!“ für die am stärksten benachteiligten und von sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen im Landkreis Erzgebirge, am Standort Aue für das Jahr 2018 Diakonisches Werk Annaberg-Stollberg e.V. Außenstelle Aue

Projektverlauf Wie schon 2017 fand eine kontinuierliche Aufsuchend Hilfe bei den betroffenen Klienten statt. Meistens durch Hinweise von anderen beteiligten Institutionen oder dem Kooperationspartner sowie in manchen Fällen von Familienangehörigen oder Bekannten der Betroffenen. Es wurden verschiedene Wege der Kontaktaufnahme gewählt, so dass sichergestellt werden konnte, dass die Adressaten tatsächlich Kenntnis von unserem Kontaktversuch hatten. Klassische Straßensozialarbeit war kein Schwerpunkt unserer Tätigkeit, da wir ausreichend konkrete Hinweise auf hilfebedürftige Personen erhielten, die gezielt aufgesucht wurden. Beim Ansprechen auf der Straße fiel häufig auf, dass die Personen oder Gruppen bereits durch eigene Erfahrungen oder die anderer Betroffener von unserem Angebot wussten. Weiterhin erfuhren wir viel Zustrom von Klienten, die aus eigenem Antrieb zu uns kamen. Unsere Anlaufstelle wurde rege besucht. Abgesehen vom Aufenthaltsraum gibt es auch Angebote der praktischen Lebenshilfe wie Duschen, Wäschewaschen oder in Absprache auch Haareschneiden. Meistens wurden die Betroffenen direkt zu den Stellen begleitet, an die sie vermittelt wurden. Bei akuter Wohnungslosigkeit wurde der Kontakt zu der jeweiligen Gemeinde hergestellt und für den Betroffenen eine Notunterkunft organisiert. Wenn notwendig wurde auch die Unterbringung in andere stationäre Settings realisiert. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass der Anteil der Betroffene mit einer psychischen bzw. einer Suchterkrankung zugenommen hat.

Output- und Ergebnisindikatoren 2018 Fälle gesamt: 151 Positiv vermittelt: 132 = 87,5% Frauen: 56 = 37,1%

Vernetzung Unser gut ausgebautes institutionelles Netzwerk konnten wir erweitern um die örtlichen Tafeln, das Klinikum Rodewisch und die Kirchenbezirkssozialarbeit in Stollberg.

Kooperation Die Zusammenarbeit mit dem Referat Soziale Hilfen des Erzgebirgskreises als unserem Kooperationspartner gestaltete sich wie schon letztes Jahr sehr zielführend. Es finden regelmäßige persönliche Treffen statt. Meist aber Kontakt per Telefon und E-Mail

Projektverbund Im Jahre 2018 fanden zwei Projektverbundtreffen statt. Eines davon im Februar in unserem eigenen Haus und ein weiteres im September in Plauen. Im November 2018 fand schließlich der dritte so genannte „Projekt- Workshop“ in Radebeul statt. Hier wurde die Runde durch Vertreter der jeweiligen Kooperationspartner komplettiert

Öffentlichkeitsarbeit Im Frühjahr 2018 erschienen in der „Freien Presse“ zwei Artikel über die Arbeit der Wohnungsnotfallhilfe des DW Annaberg- Stollberg. Einer davon handelte über den Standort Annaberg und einer über Aue.

Querschnittsziele Die Gleichstellung von Frauen und Männern wird in der täglichen Arbeit jeder Zeit gewährleistet. Auch eine Vermittlung in geschlechtsspezifische Angebote, wie die Schwangerenberatung oder Frauenhäuser wird gewährleistet und fand in einzelnen Fällen bereits statt. Auch die Nichtdiskriminierung ist eine absolute Grundlage sozialpädagogischen Handelns. Es wird jedem Hinweis, unabhängig von Herkunft, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller oder politischer Orientierung, sowie körperlichem oder geistigem Gesundheitszustand der Adressaten, individuell und empathisch nachgegangen. Auch im Umfeld unserer Tätigkeit, bspw. in der Anlaufstelle, werden diskriminierende Äußerungen oder Handlungsweisen nicht geduldet.

Sebastian Markert

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