Bericht aus Chemnitz 2018

 

Das Jahr 2018 stellte für das Projekt „Mensch- komm mit!“ nach 3-jähriger Laufzeit den Abschluss dar.
Alles in allem zeigte sich, dass Beratungen im Rahmen des Projekts, begründet in den Multiproblemlagen der Klientel, immer länger und intensiver wurden. Dies machte eine enge Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Existenzsicherung und Wohnungsnotfälle notwendig.
Gleichzeitig konnte fortwährend eine signifikante Anzahl an Klienten mit einer psychischen, geistigen, oder physischen Behinderung (28%) festgestellt werden. Da vor allem die beiden erstgenannten Gruppen oftmals nicht in der Lage waren, die Komplexität ihrer Problemlagen zu überblicken und adäquate Unterstützung anzunehmen, wurde eine intensivierte Zusammenarbeit mit gerichtlich bestellten Betreuern unabdingbar. Zudem mangelte es nach wie vor, hauptsächlich für dieses Klientel, an speziellen Hilfsangeboten. An diesem Punkt konnte das Projekt in Kooperation mit dem Sozialamt Chemnitz eine wichtige Lücke schließen. Indem ein breitgefächertes Netzwerk, welches für diese Thematik sensibilisiert wurde, aufgebaut wurde, wurde eine Vermittlung immer häufiger dennoch ermöglicht.
Mit dem gestiegenen Bekanntheitsgrad, stieg simultan die Bereitschaft der Klientel Angebote des Projekts anzunehmen und die Nachfrage an gezielten Begleitungswünschen erhöhte sich stetig. Hieraus resultierten jedoch oft auch Schwierigkeiten bei der Vermittlung in Angebote des regulären Hilfesystems. Da soziale Arbeit stets auch Vertrauensarbeit ist, zögerten die Beratenen anderweitige Unterstützung anzunehmen und griffen bei Fragestellungen immer wieder auf die Hilfe der Mitarbeiterin zurück.
Betrachtet man die Fälle der gescheiterten Vermittlungsversuche, so wurde deutlich, dass dies durch mehrere Gegebenheiten begründet werden kann. Zum einen stellten einige Angebote des regulären Hilfesystems unüberwindbare Hürden in Form von Konditionen, die sich nicht an der Lebenswelt der Klientel orientierten. So war beispielsweise eine erfolgreiche Entgiftung mehrfach Voraussetzung für die Unterbringung in Wohnprojekten oder die Initiierung der Wohnraumsuche durch das örtliche Sozialamt. Zum anderen gestaltete sich der Übergang von einem niedrigschwelligen Setting in höherschwellig orientierte Hilfsangebote oftmals diffizil. Dem kann aus Sicht des Projekts nur durch kontinuierliche Aufklärung sowohl der Adressaten als auch der Netzwerkpartner begegnet werden.
Grundlagen hierfür wurden neben der beständigen Teilnahme an Stadtteilrunden auch durch gezielte öffentlichkeitswirksame Auftritte geschaffen. So erfolgte u.a. die Teilnahme am Stadtteilfest Sonnenberg sowie des Reitbahnviertels, dem Luftfahrtspektakel und dem monatlichen Austausch mit den direkt benachbarten Händlern.
Mit Ende des Projekts bleibt es nun insgesamt abzuwarten, ob die geschaffenen Strukturen und Netzwerke nachhaltig erhalten werden können

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