Bericht aus Zwickau 2018

 

„Mensch - komm mit“ als niedrigschwellige Beratung für Menschen in Wohnungsnot in Sachsen wurde im Jahr 2018 in Zwickau durch die Stadtmission Zwickau e.V. durchgeführt. Zielgruppe des Teilprojektes „Mensch-komm-mit“ sind Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen, die vom sozialen System ausgegrenzt sind.
Die Zielgruppe wurde am Hauptbahnhof, an der Zentralhaltestelle, in der Städtischen Übernachtungsstelle und verschiedenen Stadtteilen aufgesucht, beraten und an die verschiedenen Institutionen (Wohnungsnotfallhilfe, Suchtberatung, Schuldnerberatung, Jobcenter etc.) vermittelt. Durch die Anbindung des Teilprojektes an die Wohnungsnotfallhilfe der Stadtmission Zwickau e.V. konnte in vielen Fällen eine schnelle und erfolgreiche Vermittlung in den Tagestreff, Beratungsstelle oder gar ins Ambulant betreute Wohnen der Wohnungsnotfallhilfe erfolgen. Wichtig bei der aufsuchenden Arbeit war die Kontinuität und Verlässlichkeit der Mitarbeiterin.
Eine große Rolle spielt bei der aufsuchenden Arbeit die Lebensweltorientierung der Projektmitarbeiterin. Sie musste die Gewohnheiten, Tagesstruktur und auch die Standorte der Klienten genau analysieren und die aufsuchende Arbeit danach ausrichten.
Auch im Projektjahr 2018 wurde immer wieder deutlich, dass es immer häufiger Menschen mit psychischen Erkrankungen mit und ohne Krankheitseinsicht unter der Zielgruppe gibt. Hier musste die Mitarbeiterin besonders sensibel vorgehen.
Aufgrund der Erkrankung der Projektmitarbeiterin im März konnte das Projekt ab April nicht mehr voll umfänglich ausgefüllt werden. Mit einer neuen Mitarbeiterin konnte die Projektarbeit wiederaufgenommen werden. Leider konnte sich die Mitarbeiterin nicht in vollem Umfang um das Projekt kümmern, so dass hier der zeitliche Rahmen der aufsuchenden Arbeit etwas eingekürzt werden musste. Deshalb konnten nicht so viele Menschen erreicht werden, wie in den Vorjahren. Es wurden 100 Personen beraten und die Hälfte davon vermittelt.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt Zwickau hat sich gut entwickelt und konnte gefestigt werden. Ansprechpartnerin der Stadt Zwickau war Heike Zenker aus dem Amt für Schule, Soziales und Sport. Es gab Gespräche zur Städtischen Übernachtungsstelle. Frau Zenker koordiniert und überwacht den Betrieb dieser. Thema war unter anderem die Nutzungsdauer der Notwohnungen und wie eine schnellere Vermittlung der dortigen wohnungslosen Menschen erfolgen kann. Hier wurde festgelegt, dass das Projekt als Vermittlungsstelle zwischen Städtischer Notübernachtung und Wohnungsnotfallhilfe fungiert. Hier wurde auch eine schnellere Vermittlung der Betroffenen in den Tagestreff und in die Beratungsstelle erreicht.
Die Betroffenen nahmen das Projekt im Projektzeitraum gut an. Die Projektlaufzeit zeigte immer wieder, dass aufsuchende Arbeit sehr bedeutsam und wichtig ist, besonders um Menschen zu erreichen, die sonst durch das soziale Hilfenetz fallen und völlig hilflos in ihrer Situation ausharren. Mit gezielter Ansprache und bedarfsgerechter Vermittlung können Betroffene schneller ins Hilfesystem integriert und die Notlage beseitigt werden.

Katrin Wolf
Zwickau, 22.02.2019

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